Hermeneutik ist heilbar


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Holger Schulze:
Hermeneutik ist heilbar.
Zur Poetik ubiquitärer Literatur

Tagung
Literatur in der Medienkonkurrenz: Medientranspositionen 1800 – 1900 – 2000
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Haus der Universität
(Konzeption: Volker C. Dörr & Rolf J. Goebel)

Location

Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Haus der Universität
Schadowplatz 14
40212 Düsseldorf

Time

11.30am

Program

Literatur in der Medienkonkurrenz: Medientranspositionen 1800 – 1900 – 2000

Abstract (in German)

In den 2010er Jahren erscheinen literarische Texte in medial unaufhörlich konkurrierenden und ubiquitären Formaten: in digitalen Kurznachrichtendiensten, viralen Comedyvideos, neuen Bild-Text-Konstellationen, in Popsongs, im Stadt- und Datenraum. Die Vielfalt ihrer Poetiken scheint kaum überschaubar: Welche Formate werden zu prägenden Genres – und welche überdauern allein archivarisch? Tradierte Medienformate und Kanalsortierungen – „Bildmedien, Textmedien, Klangmedien“ – zeigen sich als mühsam nachholende Konstruktionen. Dieser Beitrag wird anhand ausgewählter Beispiele die Poetik solch ubiquitärer Literatur erkunden. Mein Schwerpunkt liegt dabei zum einen auf Darstellungsformen und Produktionstechniken einer auditiven Medienkultur – und zum anderen auf der genrespezifischen Springprozession von Texten zwischen Distributionsformen und Präsentations- als Publikationsumgebungen. Das untersuchte Korpus reicht dabei von historischen Vorläufern der Spätavantgarde und Popliteratur wie Oulipo, Ferdinand Kriwet und Rainald Goetz über aktuelle Kürzesttexte von Autoren wie Nouveaubeton, Nein Quarterly und Günter Hack, über Popsongs und Viralvideos etwa von Deichkind oder Jan Böhmermann bis hin zu längeren, novellistisch-pikaresken Erzähltexten etwa von Momus oder Peter Breuer. Gemeinsam ist diesen Texten ein spielerischer Umgang mit kombinatorischen wie auch improvisatorischen Schreibweisen, die lakonisch in teils unmittelbar kommerzielle, teils indirekt werbliche, teils intim-depeschenhafte Textformate der Gegenwart eingepflegt werden: „Hermeneutik ist heilbar” (Christiane Frohmann)