Apparat, Personae & Affekte


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Holger Schulze
Apparat, Personae & Affekte:

Szenarien einer Stadtklanganthropologie

Beitrag zum DAAD-Symposium „City Sounds – City Atmospheres“ und Workshop „Sonic Survey Berlin: Die auditive Lesbarkeit von urbanen Lebensräumen und deren Atmosphären“ vom 14. (11 Uhr) bis 16. (15 Uhr) Juni 2019 im CLB Berlin und WissenschaftsForum am Gendarmenmarkt

Programm

City Sounds – City Atmospheres

Location

CLB Berlin
Oranienstrasse 142
10969 Berlin

Time

Freitag, 14. Juni 2019
18:00 – 19:00

Abstract

Wir bewegen uns durch eine Agglomeration von Straßen und Plätzen, Versorgungssträngen und Verkehrsströmen, Freiräume und Verkehrsknoten ringen mit kleinen Eckläden und hochgesicherten Flagshipstores um unsere Aufmerksamkeit, unsere Lebenszeit, unser monatliches Gehalt. Die Stadt hat Hitze und Aerosole, Feinstaub und Kochdünste, Rauchschwaden von Diesel und Nikotin verbinden sich mit Parfums von Passanten und Körperausscheidungen an Häuserecken – dazwischen platziert sind Werbebotschaften und die Beschwörungen des Stadtmarketings.

Das Erleben des Stadtraums ist im Konflikt mit den Absichten der Planung. Die Wünsche und das Begehren der Einzelnen entflieht womöglich immer wieder dem Bemühen es einzuhegen in planerische Entwürfe. In diesem Beitrag sollen drei Parameter und Faktoren einer Stadtklanganthropologie vorgestellt und untersucht werden, die das Erleben der Stadt und ihre Machinationen womöglich nicht als einen unüberwindbaren Gegensatz versteht.

Der Apparat der Stadt ist hierbei ein Ausgangspunkt, der von den Investitionen und Traditionen, den Innovationen und Ambitionen der Planer und Bauherren, der Entwickler und Gestalter vorgegeben zu werden scheint. Versorgungsstränge und Verkehrsströme müssen aber das Schicksal einer Stadt nicht besiegeln, sondern können ihrerseits gestaltet, gelenkt und beeinflusst werden.

Die Affekte der Stadtbewohner und -besucher sind ein zweiter Ausgangspunkt, der gerne unter den grundlegenden Bedürfnissen zu verschwinden scheint, jedoch die Bedeutung und auch das Leben in einer Stadt faktisch determiniert. Apparaturen werden verschwinden, sabotiert, ignoriert und zerstört, wenn sie dieses Empfindungsleben ihrerseits missachten. Denn benutzt und gewartet, erneuert oder verhöhnt werden sie von just diesen Besuchern und Bewohnern.

Welche Menschen leben also zwischen diesen urbanen Apparaten und Affekten? Was sind die anthropologischen Konzepte, die Persönlichkeiten, die durch die Materie der Apparate und die Sensorik der Affekte hervorgerufen und befestigt werden? Welche Personen können hier leben und welche Personen wollen hier leben?

Die Szenarien, die dieser Beitrag entwirft, sollen Anregung und Provokation, Orientierung und Anforderung sein. Szenarien möglicher und unmöglicher Städte. Szenarien einer urbanen Sensorik und der Gestaltung von Zusammenleben.